Geschichte/Politik
Zypern ist seit ca. 9.000 Jahren besiedelt. Im Bronzezeitalter exportierten die Bewohner Zyperns Kupfer und dies vor allem nach Syrien, Palästina, Ägypten und Kreta. Eine wirtschaftliche Blütezeit erlebte Zypern in den Jahren von 1400-1200 v. Chr. Um 1050 v. Chr. zerstörten Erdbeben viele Handelsstädte – erst im achten Jahrhundert v. Chr. errichteten die Phönizier wieder eine Siedlung in Kistion. Zypern blühte mit verschiedenen Stadtkönigreichen wieder auf. Nach abwechselnder Beherrschung durch Assyrer, Ägypter und Perser entwickelte sich Zypern unter Alexander dem Großen zu einer hellenistischen Provinz.
Zypern wurde 58 v. Chr. von Rom annektiert und nach der Zweiteilung des Reiches von Byzanz regiert. In dieser Zeit wurden viele bedeutende Kirchen und Burgen erbaut. Im elften Jahrhundert begann die Herrschaft der Franken und später der Venezier. Um 1570 fiel Zypern in einer Schlacht unter osmanische Herrschaft.
1925 wurde Zypern britische Kronkolonie. Das Erbe, dass in Zypern auf der linken Seite gefahren wird, ist ein Andenken an diese Zeit. Zypern wurde erst nach einem Bürgerkrieg 1958 unabhängig. Der Konflikt zwischen Türken und Griechen gipfelte in einer türkischen Invasion 1974, der ethnische Säuberungen in allen Landesteilen folgten. Die ausgerufene Republik Nordzypern wird jedoch von keiner Nation (außer der Türkei) anerkannt. Seit 1998 wurde über den Beitritt Zyperns in die EU verhandelt. Zypern ist seit dem 01. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union.
Wirtschaft
Der südliche Teil Zyperns gehört zu den reichsten Ländern des Mittleren Ostens. Im Norden ist die wirtschaftliche Entwicklung an diejenige der Türkei geknüpft und deutlich instabiler. Trotz wichtiger Anbaugebiete für Zitrusfrüchte und teilweise besserer Hotels hat der Norden auch im Tourismus Schwierigkeiten. In der Landwirtschaft arbeiten noch 14 Prozent der Zyprioten. Es werden Weintrauben, Kartoffeln und Gerste angebaut, Schafe, Schweine und Ziegen gehalten.
Die größten Exporterlöse werden mit Nahrungsmitteln und Textilien erzielt. Viele ausländische Reedereien lassen ihre Schiffe unter zypriotischer Flagge laufen, da dies meist enorme steuerliche Vorteile bietet und gleichzeitig gewisse Sicherheitsstandards garantiert. Der Schlüssel zum Erfolg wurde der Tourismus, der heute größter Devisenbringer des südlichen Zypern ist.
Religion
Entsprechend der türkischen und griechischen Landesteile sind auch die Religionen verteilt. Allerdings gibt es über die tatsächlichen Bevölkerungszahlen und damit auch über die Religionsverteilung Uneinigkeiten. Man spricht von 77 Prozent orthodoxen Christen und von 18 Prozent Muslimen. Darüber hinaus gibt es Armenier, Maroniten und Katholiken.
Vegetation
Im Frühjahr blühen unzählige farbenprächtige Sträucher, darunter auch der duftende Lavendel. Im Sommer ist das Flachland der Insel jedoch ausgedörrt, grau und braun. Im Gebirge stehen Fichten, Wacholderbüsche und Zedern. Viele knorrige Bäume bereichern das Landschaftsbild. Von den einst großen Eichenwäldern sind nur noch vereinzelte Bäume zu finden.
Es werden große Anstrengungen zur Wiederaufforstung Zyperns unternommen und diese Bemühungen zeigen schon an vielen Stellen Erfolg.
Tierwelt
Das größte heute auf Zypern lebende Säugetier ist das Mufflon. Große Ziegenherden grasen die Büsche ab, so dass vielerorts die Artenvielfalt auf den Wiesen zurückgegangen ist. Fische gibt es nur wenige; an der Westküste nisten sowohl Karettschildkröten als auch griechische Landschildkröten.
Die schönsten Insekten der Insel sind die zahlreichen Schmetterlinge, wie z.B. die großen Schwalbenschwänze oder die gelben Zypern-Schmetterlinge. Mit etwas Glück kann man auch Gottesanbeterinnen entdecken. Als Zwischenstation für Zugvögel wird Zypern von Kranichen und Jungfernkranichen überflogen.
Natur und Umwelt auf Zypern
Die gute Strand- und Meerwasserqualität der Insel wurde 2001 mit 34 “Blauen Flaggen” ausgezeichnet. Die Strände auf Zypern sind öffentlich und werden von den lokalen Behörden und Gemeinden gereinigt.
Fast 50% der Privathaushalte und viele Hotels nutzen Solarenergie zur Warmwasseraufbereitung. Die „Electricity Authoritiy of Cyprus“ (EAC) errichtet die erste 80 kW Solaranlage auf ihrem Verwaltungsgebäude. Der ständig steigende Energiebedarf wird hauptsächlich durch Wärmekraftwerke gedeckt (ein neues Kraftwerk wurde 2000 in Betrieb genommen).
Aufgrund der schlechten öffentlichen Verkehrsverbindungen sind die Einwohner auf PKWs angewiesen. Besonders in Nicosia beklagt die Bevölkerung eine hohe Luftverschmutzung, da auf Zypern nur 37% der veräußerten Kraftstoffe unverbleit sind. Strenge Baugesetze für touristische Projekte fordern den Schutz der Natur und eine Anpassung an die Landschaft.
Knapp 20% der Inselfläche sind bewaldet und jedes Jahr erneut durch Waldbrände bedroht. Mit annähernd 1.800 Arten und Unterarten blühender Pflanzen ist Zypern ein Paradies für Botaniker. Auf der Akamas-Halbinsel (der europäische Gerichtshof drängt, diese zum Nationalpark zu erklären und auf geplante touristische Entwicklungen zu verzichten) gibt es eine Aufzuchtstation zur Rettung der Meeresschildkröten. Die Abnahme der Schildkrötenpopulation führt man auf den dort zunehmenden Tourismus zurück.
Umweltorganisationen wie zum Beispiel “Friends of the Earth Cyprus” setzen sich u.a. für eine nachhaltige Tourismusentwicklung durch die Förderung des Agrotourismus ein. 48 gut ausgeschilderte Naturpfade und Angebote von Radtouren laden ein, die Insel auf umweltschonende Art zu erkunden.











